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Dossier: Das Kanagawa Kombinat

16. V 2050

Das Kanagawa Kombinat ist ebenfalls kein Neuling in Seattle. Viele von euch kennen und schätzen den japanischen Mischkonzern als regelmässigen Auftraggeber. Seine Reederei und Deep-Sea-Operationen im Pazifik haben im Hafen von Seattle eigenes Docks und viele da die Meere nie ein wirklich sicherer Ort waren und gerade in diesen Zeit nicht sicherer geworden sind, ist Seemannsgarn von den Schattenläufen des Konzerns weit verbreitet hier bei uns. Allerdings gibt es auch hier ein paar spannenden Updates, die für mehr als einen interessant sein dürften.

Das Kanagawa Kombinat hat seinen Sitz – anders als viele andere Zaibatsu – nicht auf der Hauptinsel Honshu, sondern auf der nördlichen Insel Japans, Hokkaidō. Von Sapporo aus, richten sich die Interessen des Konzerns zuerst nach Nordosten. So liegen ersten Unternehmungen in Transportschifffahrt nach Russland und insb. Kamatschatka. Reederei über den gesamten Pazifik und insb. auf der Nordost-Passage sind immer noch das hochprofitable Kerngeschäft des Unternehmens. Ähnlich wie Vinland Ventures versuchte sich das Kanagawa Kombinat am Aufbau von Handeslposten, entlang der Nordostpassage, konnte aber nur einen Posten in Kamtschatka dauerhaft halten – die unsicheren politischen Verhältnisse in Sibirien haben zum schmerzvollen Verlust dreier Häfen und Docks geführt.

Das hat das Kanagawa Kombinat durch einen Vorstoss im Deep Sea Mining kompensiert. Dabei entwirft und produziert das Kombinat die Rigs und Versorgungsschiffe und alle weitere relevante Technik in seinen Werften in Sapporo und Kamtschatka selber und ist inzwischen Marktführer. Deep Sea Mining ist ein ausgesprochen riskantes Geschäft aber in der Summe lohnt es sich für den Konzern inzwischen überaus, da Verluste einzelner Riggs durch die gesammt Flotte kompensiert werden. Zudem hat das Kombinat verschiedene Lösungen zum Aquafarming und zur Algenzucht im Portfolio. Es gibt zudem Gerüchte, dass Kombinat arbeite bereits an einer unterseeischen Arkologie.

Hier ein paar Pläne der zweite Generation von Oil-Riggs „Deep Core 2“, der Deep-Sea-Mining-Sparte des Kombinat „Abyss“…

… inzwischen ist mit Deep Core 22 die achte Generation von Riggs im reibungslosen Produktionsbetrieb.

Die meisten von euch wissen, dass das Kanagawa Kombinat in Seattle eine eigene Pier und Lagerhäuser betreibt. Dass das Kombinat aber ein eigenes Trockendock auf Harbor Island hat, ist meist nicht ganz soweit bekannt. Seattle ist zwar von der See aus nicht leicht zu erreichen, verfügt dafür aber umso bessere Anschluss an Schwerindustrie. Das Kombinat nutzt seine Anlagen in Seattle allerdings nicht zu Bau sondern nur für sein Reederei-Geschäft und zur Reperatur.

In den letzten Monaten hat das Kanagwa Kombinat einen weiteren Schritt getan und seine Erfahrungen auf seinen Deep-Sea-Unternehmungen auf die Raumfahrt übertragen. Offiziell ist ein Mining-Satellit in der Entwicklung, der in einem ersten Schritt in der Lage sein soll terrestrischen Weltraumschrott einzusammeln und zum Recycling wieder auf die Erde zu bringen. Das ist aber laut der Presseerklärung nur der erste Schritt auf dem Weg zum Abbau seltener Rohstoffe auf Asteroid. Gerüchteweise setzt man dabei auch auf bemannte Missionen und die Erfahrungen auf dem Aqua- und Algenfarming werden bereits als Komponenten für verschiedene Weltraummissionen anderer Konzeren und Nationen vertrieben.

Ausserdem kennen natürlich viele von euch die Consumer-Sparten des Konzern: Angefangen bei Tauchersausrüstungen über kleinen Jetskis und Boote bis hinzu Yachten und Wasserflugzeugen produziert das Kombinat so einiges für den Massenmarkt, das es in seinen eigenen Operationen gebrauchen kann. Dazu gehören neuerdings auch verschiedene Motorräder, Jeeps und Trucks, allesamt für lange Off-Road-Einsätze konzipiert, vermutlich ein Abfallprodukt seiner sibirischen Operationen.

Bemerkenswert ist vielleicht noch, dass der Konzern über ein mobiles Hauptquartier verfügt, selbstverständlich ein Schiff – die Hokusai. Bemerkenswerter Weise handelt es sich bei dem Schiff um einen Nachbau der SMY Hohenzollern, der Staatsyacht des deutschen Kaisers Wilhelm II, der u.a. für seine Liebe zur Marine bekannt wurde. Dieses Kuriosum geht auf einen früheren CEO des Konzerns zurück, der die enge Verbindung des Kombinats mit der Neu-Preussen AG aufgebaut hat.

Das Flaggschiff des Kombinat– die Hokusai

Soviel zu den offiziellen Infos und dem allgemein bekannten Gerüchten – jetzt wechseln wir wieder in die Schatten: Angeblich verfolgt das Kanagwa Kombinat einen neuen, eigenen Weg in der KI-Entwicklung – ein Markt, der inzwischen mit so ziemlich alle Mitteln, einschl. militärisch, geführt wird, was nun wirklich kein Wunder ist, da es nicht zuletzt um militärische Anwendungen geht. Wir wissen von mehreren gescheiterten Runs gegen das Kombinat. Der Grund dafür sind die extrem abgelegenen und vollständig abgeschotteten Forschungszentren. Zugang zu ihren Cluster bekommt man nur vor Ort. Und in 6.000 Meter Tiefe ist nun einmal nur schwer unbemerkt hinzukommen. Weitere bekannte KI-Forschungstationen liegen in Kamtschatka und Sibirien, zwei Regionen die so menschenleer und weit sind, dass jede Annäherung früh auffällt. Ausserdem verfügt das Kombinat über exzellente Ortskenntnisse und beste Verbindungen zu den Einheimischen – eine Strategie die wir schon von Vinland Ventures kennen.

Aprospos … zwischen dem Kanagawa Kombina und Vinland Ventures ist es in den letzten Jahre vermehrt zu Spannungen gekommen. Das Kombinat hat seine Deep-Sea-Mining-Operationen bereits in die Arktis ausgebaut und ist dabei im amerikanisch-atlantischen Teil der Arktis auf Infrastrukur von Vinland Ventures angewiesen, die sich ihre Leistungen sehr ordentlich vergolden lassen. Beweise für offene Auseinandersetzungen gibt es aber bisher keine.

Bemerkenswert ist auch, dass das Kangawa Kombinat – anders als viele andere japanische Zaibtsus – nur bedingt an traditionellen japanischen Werten festhält. Am sichtbasten ist das durch ihre CEO Aki Katsushika. Die inzwischen 65-Jährige hat nie besondere Anstalten gemacht, dem traditionellen japansichen Rollenbild zu entsprechen und in den letzten Jahren hat sie sich nicht einmal mehr Mühe gegeben, den traditionelleren Teilen Japans nicht vor den Kopf zu stossen. Sie scheint mit voller Absicht immer mehr Führungposten mit Frauen zu besetzen – und der Erfolg gibt ihr Recht. Keiner der grossen Konzerne hat eine so niedriege Kündigungs- und Wechselrate. Zudem sind Metamenschen im Konzern weiter verbreitet als im Durchschnitt der Bevölkerung und die meisten regionalen Sektionen werden von Einheimischen geleitet.

Die Niederlassung in Seattle wird geleitet von Leo Burmester, einem Texaner, der aber praktisch seine gesamt Karriere auf, bzw. unter See verbracht hat. Der 68-Jährige hat schon vor einer Weile den aktiven Dienst auf See aus körperlichen Gründen aufgegeben, kann das Arbeiten aber nicht lassen und stellt nun einen zähen Verhandlungspartner dar, der zudem über ein Fachwissen verfügt, das nur wenige CEOs und Manager ihr eigen nennen können.

Soo … das war’s. Jetzt kommt wieder ihr … wer weiss mehr über das Kombinat (und darf auch davon berichten)?


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Kommentare

4 Antworten zu „Dossier: Das Kanagawa Kombinat“

  1. Avatar von Brightshield
    Brightshield

    Die aktuellen Deep-Sea-Rigs sind in der Tat deutlich grösser, als die hier vorgestellte Deep-Core 2. Das ändert aber nichts an den sehr besonderen Bedinungen in grossen Tiefen: Du willst eigentlich keine Schusswaffen benutzen und runter- und v.a. wieder rauf-kommen ist echt eine Herausforderung.

    Leo ist hingegen ein guter Kerl, der sehr genau weiss was er tut und wem er vertrauen kann.

  2. Avatar von Ulysses
    Ulysses

    Die Hokusai verfügt Innen über genau die selbe Klasse, die man von Aussen bestaunen kann. Und überdies noch über ein paar Extras …

  3. Avatar von Bogumil
    Bogumil

    Was Ulysses sagt, kann ich bestätigen. Himmlische Betten und eine teuflisch gut sortierte Bar auch!

  4. Avatar von Starcrusher
    Starcrusher

    „einen neuen, eigenen Weg in der KI-Entwicklung“ ist eine ganz schöne Untertreibung, Dreamcatcher. Wenn das stimmt, was ich gehört habe, ist das nicht weniger als kranker Scheiss … die armen Viecher, echt mal, ey …

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